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Ein Güterverkehrszentrum ohne Bahnanschluss – GRÜNE Ratsfraktion kritisiert neuen Koblenzer Schildbürgerstreich in der Wirtschafts- und Verkehrspolitik

29. Juni 2017 in Verkehr & Infrastruktur

Verwaltung und die anderen Fraktionen – außer den GRÜNEN sind sich alle einig: Die Bahntrasse zwischen Koblenz und Bassenheim soll entwidmet werden. Hier fährt schon lange keine Bahn mehr, auf der Strecke könnte ein überregionaler Radweg angelegt werden u.s.w.. Was nach einer sinnvollen ökonomischen und ökologischen Lösung klingt, ist bei genauerer Betrachtung ein Fehler, dessen Tragweite heute noch nicht abzuschätzen ist. Die künftige Nutzung ist schwer zu kalkulieren, aber mit einer Entwidmung wäre die Bahntrasse unwiderbringlich verloren. Eine Wiederreaktivierung wäre kostenintensiv und aufwendig, die Trassensicherung ist dagegen sehr kostengünstig.
„Für die Stadt sollte jetzt Nachhaltigkeit und Wirtschafts- und Standortsicherheit für die entlang der Strecke angesiedelten Industrie- und Gewerbebetriebe Vorrang haben“, so der GRÜNE Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Ackermann: „Koblenz braucht ökologischere Verkehrsmittel, wir sollten die Bahntrasse mittel- und langfristig als Option erhalten, sowohl für den Güterverkehr als auch für den Schienenpersonennahverkehr. Kein Mensch kann jetzt abschätzen, wie sich das Verkehrsverhalten der Pendler*innen in den nächsten 30 Jahren verändert. Die Möglichkeit der Anbindung Bassenheims an Koblenz durch eine Bahn wäre ein zukunftsgerichteter Schritt. Eine Bahntrassenentwidmung dagegen ein bürokratischer Akt, der nur mit sehr viel Geld und Aufwand wieder rückgängig gemacht werden kann.“
Der wirtschaftspolitische Sprecher Patrick Zwiernik insistiert: „ Auch das ökologische Argument ist nonsens, die Fahrradwegeführung ist jetzt schon fast durchgängig neben der Trasse enthalten, es gibt ausreichend parallele Wege, die nur auf 500 m neu gebaut werden müssten. Der Umbau zu einem Bahndammradweg dagegen wäre um einiges aufwendiger und teurer.“
Seit Wochen gibt es kritische Beurteilungen von den Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie der GRÜNEN Ratsfraktion. Aber erst jetzt wird auch Kritik von den angesiedelten Wirtschaftsbetrieben geäußert, die den dadurch entstehenden Wertverlust der Gewerbe- und Industriegebiete bei fehlender Infrastruktur bemängeln. Die GRÜNE Ratsfraktion wünscht sich daraus resultierend ein Umdenken in der Verwaltung und den anderen Fraktionen: Die Bahntrasse muss erhalten bleiben!

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