Am 24.September:
Erst- und Zweitstimme
Bündnis90 / Die Grünen!

Koblenz beschließt Aktiosplan Buntes Koblenz, Vielfalt verbindet Berlin beschließt Öffnung der Ehe

30. Juni 2017 in Arbeit & Soziales, Barrierefrei, Queer

„Heute endet die Phase der Toleranz und es beginnt die Epoche der Akzeptanz!

Es gibt vieles das an einem solch historischen Tag wie heute gesagt werden kann. Ich finde, die Reaktionen der Menschen die wirklich unmittelbar von der Öffnung der Ehe betroffen sind, sagen eigentlich genug aus. Von fassungslosen Freudentränen bis zu Heiratsanträgen war heute viel dabei. Gleichzeitig hab ich auch noch von keiner getrenntgeschlechtlichen Ehe gehört die heute zerbrochen ist. Auch ich konnte ab Beginn der Tagesordnung vor Glück meine Tränen kaum zurück halten,“ bemerkt Patrick Zwiernik, Kandidat zur Bundestagwahl Bündnis 90/Die Grünen

Am 30.06. hat der Deutsche Bundestag mit einer großen Mehrheit der Öffnung der Ehe zugestimmt.

Zwiernik weiter: „Deswegen soll dieses Glück für uns jeglichen Worte ersetzten mit denen wir noch mal für die Ehe für alle werben wollen. Lieber bedanke ich mich heute. Der Dank gilt vor allem den vielen Aktivistinnen und Aktivisten die sich jahrelang, auch hier in Koblenz, für die Gleichberechtigung einsetzten. Als ich vor zehn Jahren den ersten CSD in Koblenz organisiert habe, war es vor allem einer der schon damals sehr aktiv gekämpft und geworben hat. Neben seinem Einsatz in der AIDS Hilfe war er über viele Jahre der Queere Vorkämpfer. Deswegen vielen Dank lieber Wolfgang Wermter, auch du hast mit deinem Einsatz in Koblenz und auch bundesweite dazu beigetragen, das wir heute die Ehe feiern können. Wolfgang war mit seinem Mann übrigens der zweite, der eine eingetragene Lebenspartnerschaft in Koblenz eingegangen ist. Herzlichen Glückwunsch, sobald die Formalien vorbei sind seid ihr dann auch offiziell Ehepartner.

Weiter möchte ich allen Vereinen und Initiativen danken. In eurer täglichen Arbeit unterstützt ihr den Abbau von Diskriminierungen und läutet mit uns nun die Zeit der Akzeptanz ein. Aber mit der Öffnung der Ehe ist jetzt nicht auf einmal alles gut und ihr unnötig. In der Gesellschaft bedarf es noch einiges an Arbeit, damit Schwule Sau nicht mehr das Schimpfwort Nummer eins auf den Schulhöfen ist, damit nicht der Kuss in der Öffentlichkeit zwischen Frau und Mann als gegeben, zwischen zwei Frauen als geil und zwischen zwei Männern als eklig angesehen wir. Wir müssen vor allem auch noch viel Aufklärung im Bereich Biidentität leisten, denn die Gruppe gehört zu den meist diskriminiertesten Gruppen. Auch die Bereiche Trans und Inter müssen einen größeren Fokus bekommen.Und wir, also die Vereine und die Politik, müssen da enger zusammen arbeiten. Der Erfolg heute ist auch ein Erfolg dieser Zusammenarbeit. Volker Beck kann zurecht zu den Vätern der Ehe für Alle gefeiert werden. Nicht weil er als Abgeordneter in den Neunzigerjahren als erster das Thema ins Parlament brachte und die ganze Zeit dafür kämpfte, sondern weil er schon vorher als Mitbegründer des Lesben und Schwulenverbands Deutschland stark gemacht hat und von Anfang an einfach nur gleiche Rechte gefordert hat. Auch seit seinem Einzug in den Bundestag hat er weiter mit den Verbänden diskutiert und gemeinsam nach Lösungen gerungen. Vielen Dank Volker, deine Stimme für Menschenrechte werden wir vermissen.“

Schon am Donnerstag gab es in Koblenz einiges zu feiern. Mit einer sehr großen Mehrheit wurde der Grüne Aktionsplan für Vielfalt „Buntes Koblenz – Vielfalt verbindet“ in weiten Teilen beschlossen.

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